Zehn Tipps für das gelingende Arbeiten im Homeoffice

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„Geht nicht“ gibt’s nicht: Das sollen zahlreiche Arbeitnehmer und Arbeitgeber aktuell unter härtesten Bedingungen beweisen. Dabei kann es durchaus schwierig sein, den Arbeitsalltag im Homeoffice in den eigenen vier Wänden zum Erfolg zu führen, und den Anschluss an die ArbeitskollegInnen nicht zu verliert.

Auch wir bei Jobiqo sind derzeit in vielen Homeoffices u.a. in Österreich, der Slowakei, Großbritannien und den USA für unsere Kunden da. Und haben zehn Tipps gesammelt, die dabei zum Erfolg führen und auf die wir im Verlauf des Artikels näher eingehen:

  • ein ordentlicher Arbeitsplatz
  • Ruhe im Alltag
  • Aufgabenplanung
  • Ablenkung minimieren
  • Kontakt halten
  • Pausen machen
  • Körper & Geist fördern
  • Kein schlechtes Gewissen!
  • auf sich selbst achten
  • neue Projekte angehen


Flucht ins Homeoffice

In vielen Berufen und Unternehmen herrschte lange die Überzeugung vor: Arbeit muss in den gemeinsamen Räumlichkeiten in der Firma stattfinden, Besprechungen können nur Präsenz-Termine sein. Die aktuelle Covid-19-Krise macht deutlich: Es geht auch anders, wenn man will – oder besser, wenn man wirklich muss.

So einfach, wie manche Jubelrufer in den vergangenen Tagen meinten, ist es trotzdem nicht: Für die meisten Leute handelt es sich in diesen Tagen nicht um ein Homeoffice, wie es viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vielleicht schon seit Jahren erfolgreich leben. Gerade in Kreativberufen war es immer schon einfacher, sich in die eigenen vier Wände zurück zu ziehen und via Online-Tools mit dem Rest der Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu bleiben. Nur, egal welchen Job man macht: Wer das Homeoffice bewusst planen konnte, hat die Arbeitsumgebung daheim auch entsprechend vorbereitet und eingerichtet.

Was wir aber nun erleben, war vielfach kein Rückzug, sondern die Flucht ins Homeoffice: Die Mitnahme von Arbeit in Lebensräume, die oft keinen Platz für ein – oder auch zwei und mehr – Arbeits- bzw. Lernzimmer haben. Wo Ehe- bzw. Lebenspartner nun parallel Telefonate führen und Video-Konferenzen abhalten müssen. Wo Bügelbretter und ausgeräumte Regale zu Schreibtischen und Notebook-Ablagen umfunktioniert werden und damit vom ersten Tag weg Muskelverspannungen produziert und Haltungsschäden manifestiert werden. Wo zwischendurch mit Rücksicht auf die/den jeweils anderen gekocht werden muss. Und die dafür nötigen Einkäufe deutlich länger als sonst dauern. Wo Kinder im eigenen Haushalt betreut und mit ihnen gelernt oder, nach Trennung der Eltern, der Kontakt zum Nachwuchs zumindest über WhatsApp, Facetime oder andere Kanäle gehalten werden muss.

Gleichzeitig will die Nachrichtenlage vermeintlich in Echtzeit verfolgt werden (ein Fehler – aber dazu später mehr). Man will Eltern, Freunde und Verwandte, vor allem Angehörige von Covid-19-Risikogruppen, zumindest telefonisch in der Krise unterstützen. Oder sich selbst Zuspruch im emotionalen Tief holen. Und wenn man dann noch von Corona-Verdachtsfällen im engeren persönlichen Umfeld erfährt, wird es nicht leichter, sich auf die eigentliche Arbeit zu konzentrieren. Zumindest, bis die erhoffte Entwarnung kommt: Test negativ.

Zehn Ratschläge für den Erfolg zu Hause

Dennoch: Wer in dieser Situation noch seinen Job hat, wessen ChefInnen sich zur Belegschaft bekennen (können) und gemeinsam mit dem Team in die Zukunft blicken, der hat es schon mal besser als viele andere Menschen während der Covid-19-Krise. Als kleinsten gemeinsamen Nenner möchten wir in diesem Sinn ein paar Tipps geben, die den Start ins Homeoffice erleichtern sollten:

  1. Richten Sie sich einen ordentlichen Arbeitsplatz ein. Wenn es keinen Schreibtisch gibt, kann es auch der Küchentisch sein, mit einem möglichst passenden Stuhl. Ist dieser zu niedrig, können Kissen und/oder große Bücher unter dem Allerwertesten helfen (Atlas!). Ist der Sessel zu hoch, wandern Polster/Buch unter die Füße. Gibt es mehrere Homeoffice-Bedürftige im Haushalt, so gilt es einen fairen Tausch-Rhythmus zu finden, falls derselbe Arbeitsplatz zum allgemeinen Favoriten auserkoren wurde.
  1. Sorgen Sie für Ruhe. Natürlich können Sie mit ihrem/r PartnerIn ein Arbeitszimmer teilen. Nur sollte dabei Einigkeit über die Arbeitsbedingungen herrschen: sind Radio bzw. Musik erlaubt, wie warm oder kühl soll es sein, und kommt man sich bei Konferenz-Schaltungen mit dem jeweiligen Team nicht in die Quere? Kann derjenige, der die Küche bezogen hat, regelmäßiges Kaffee- und Knabbereien-Holen der Mitbewohner ohne Frust aushalten? Und fühlt sich auch nicht gestört, falls zu unterschiedlichen Zeiten gekocht wird?
  1. Planen Sie Ihre Arbeitstage. Legen Sie fest, wann Sie in der Früh beginnen und am Abend mit der Arbeit aufhören wollen, um Ihr Pensum zu erfüllen. Fixe Telefon- oder Videokonferenzen geben schon einen gewissen Rahmen vor: Was ist zwingend für diese Termine vorzubereiten? Wieviel Pufferzeit ist danach einzuplanen, um allfällige Dringlichkeiten gleich anzugehen? Welche Aufgaben müssen am selben Tag, bis zum Ende der Woche oder doch erst später erledigt werden? Und, ganz wichtig: Was kann man eventuell schieben? Welche Aufgaben können in Zeiten der Selbstisolation – also ohne Zusammentreffen mit anderen Personen, ohne absehbaren Event-Termin, ohne erweiterte Büro-Infrastruktur – gar nicht ordentlich aus- oder zu Ende geführt werden? Was kann man gänzlich streichen, weil in der aktuellen Situation und in Zukunft einfach ganz andere Prioritäten zu setzen sind? Planen Sie auch Einkäufe und andere private Notwendigkeiten möglichst genau: Nicht in den Zeiten, in denen vermutlich alle gehen (morgens und am Abend, am Samstag), sondern z.B. am frühen Dienstag-Nachmittag oder am späten Donnerstag-Vormittag. (Immerhin sind Sie im Homeoffice bis zu einem gewissen Grad ihr eigener Boss!)
  1. Beugen Sie Ablenkungen vor. Wenn Sie das Schnurren der Katze zu ihren Füßen beruhigt und erfreut: wunderbar. Falls sie sich durch das Herumstreifen von Haustieren jedoch gestört fühlen, dann schließen sie die Tür. Dass Hund und Katz etc. artgerecht versorgt werden müssen und das Gassi-Gehen auch eine willkommene Ablenkung darstellt, versteht sich von selbst: Nehmen Sie sich dafür bewusst Zeit. Die aktuellen Entwicklungen zum Covid-19-Virus können Sie in der Früh und am Abend über die Nachrichten verfolgen. Wenn es sein muss, auch während der Mittagspause. Aber schalten Sie alle Notifications am Smartphone ab, oder besser noch: Entfernen Sie für die kommenden Wochen einige Applikationen, um nicht während der Arbeit dauernd nach Updates zu schauen oder von einer Geräuschkulisse begleitet zu werden. Überhaupt: Wofür braucht es News- und Social-Media-Apps am Handy, wenn Sie keinen Arbeitsweg haben und ohnehin die ganze Zeit am Notebook arbeiten? Auch dort können sie ihre bevorzugte Nachrichtenseite aufrufen, Facebook und Instagram checken – abseits der Arbeitszeit. Das gilt übrigens auch für Messenger- und Chat-Systeme aus dem rein beruflichen Umfeld. Und falls Sie Angst haben, etwas zu verpassen: Die wirklich großen Neuigkeiten werden Sie dennoch früh genug erfahren; und ihr persönliches Umfeld können Sie ja darum bitten, im Notfall (!) gleich anzurufen.
  1. Halten Sie Kontakt zum Team. Auch abseits der ohnehin geplanten gemeinsamen Video-Calls sollten Sie darauf achten, den Anschluss nicht zu verlieren. Vielleicht bietet sich ein regelmäßiges Telefonat mit den engsten Kollegen an, vielleicht können sich alle gemeinsam via Chat über Film- und Musiktipps unterhalten, E-Books austauschen oder einfach ab und zu mit einem witzigen GIF in die Runde grüßen. Gut möglich, dass sie erst jetzt, in der Selbstisolation, draufkommen, dass sie bestimmte Interessen oder Hobbys mit KollegInnen teilen.
  1. Machen Sie Pausen. Ob es nun nach jeder Stunde fünf oder nach zwei Stunden 15 Minuten sind: Planen Sie bewusst ein, ihren Geist zu entspannen, die Augen auszuruhen. Das Glas Wasser auf dem Tisch nachzufüllen. Aufzustehen und sich zu strecken. Mit dem/r PartnerIn zu plaudern. Sie müssen zu Mittag nicht groß aufkochen und für den Nachmittag Kuchen backen, wie Sie’s bei zig Leuten im „Happy Instagram-Life“ sehen. Es darf auch mal eine Packerl-Suppe oder ein Schinken-Käse-Toast sein. Hauptsache, Sie nehmen sich diese halbe Stunde (oder mehr), um inne zu halten und Energie zu tanken. Achten Sie nur mittelfristig darauf, sich abwechslungsreich und möglichst gesund zu ernähren.
  1. Fördern Sie Körper und Geist. Ein paar Liegestütze oder Kniebeugen. Yoga oder Zumba mit YouTube-Anleitung. Der abendliche oder frühmorgendliche Spaziergang. Die tägliche halbe Stunde auf dem Home-Trainer: Versuchen Sie, dafür wirklich Zeit zu finden. Durchaus auch, indem Sie mal ein wenig früher „aus der Arbeit gehen“. Wenn Sie schon immer mal (wieder) meditieren wollten: Jetzt ist die Zeit dafür.
  1. Haben Sie kein schlechtes Gewissen. Kinder und Partner im gemeinsamen Haushalten brauchen Ihre Aufmerksamkeit – mal mehr, mal weniger. Genauso wie Sie selbst zwischendurch froh sind, mit Fragen und Anliegen oder einfach nur zur Ablenkung mit Ihren Liebsten zu plaudern. Versuchen Sie über all dem, ihr Arbeitspensum zu erfüllen. Machen Sie sich trotzdem darauf gefasst, dass sich die 40-Stunden-Woche vielleicht momentan nicht so gut ausgeht. Und bedenken Sie auf der anderen Seite auch: Jetzt ist nicht die Zeit, um Überstunden anzuhäufen. Es sei denn, Sie arbeiten im aktuell stark belasteten Gesundheits- und Sozialsystem oder im Lebensmittelhandel. (Aber dann sind Sie höchstwahrscheinlich nicht im Homeoffice.) Selbst wenn Ihre To-Do-Liste noch so lang ist: Wir alle müssen in der aktuellen Situation besonders darauf achten, das eigene Immunsystem nicht zu schwächen. Und dazu trägt eben auch bei, den Stresspegel nicht zu hoch steigen zu lassen.
  1. Beobachten Sie sich selbst. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wird ihre Stimmung dann und wann einen Tiefpunkt erreichen und Sie sich in einer Situation überfordert fühlen. Die Tage unter verschärften Homeoffice-Bedingungen können durchaus anstrengend sein. Wenn nichts mehr geht, Sie sich partout nicht auf das konzentrieren können, was gerade ansteht: Nehmen Sie sich auch einmal aus dem Spiel. Sprich: Informieren Sie die KollegInnen, dass Sie für den Moment nicht erreichbar sind, und legen Sie eine ordentliche Pause ein – zwei Stunden Musikhören am Balkon, mit der Sonne im Gesicht; Telefonate mit den besten Freunden, denen es vielleicht ähnlich geht; ein, zwei Folgen ihrer liebsten TV-Serie. Hauptsache, Sie mischen sich nicht draußen unters Volk und halten die Empfehlungen und Vorschriften der Gesundheitsbehörden ein. Und danach geht’s einfach nochmal zwei, drei Stunden unter besseren Voraussetzungen mit der Arbeit weiter.
  1. Nehmen Sie sich neue Projekte vor. Auch wenn Sie nicht zu den Leuten gehören, die nun laut Social-Media-Posts all die ungelesenen Bücher der vergangenen 15 Jahre lesen, ihre Wohnung neu ausmalen oder den Kids im Garten ein Baumhaus aufstellen: Es gibt sicher irgendetwas, das sie schon immer einmal machen wollten. Die Fahrradtour durch Osteuropa, der Podcast oder das Buch zu ihrem Fachgebiet, das Klavierspiel erlernen. Es kann durchaus auch ein schönes Projekt für den Job sein: Schnappen Sie sich ein leeres Notizbuch oder ein paar lose Blatt Papier aus dem Drucker. Beginnen Sie zu träumen und zu notieren. Machen Sie sich jeden Tag bewusst, dass der ganze Wahnsinn da draußen ein Ende haben wird. Und dass Sie für diese Zeit vorbereitet sein werden – um ordentlich Spaß zu haben und neue Erfolge zu feiern.

Foto: Roberto Nickson/Unsplash.com

Bernhard Madlener

Bernhard ist Senior Enterprise Journalist bei Jobiqo. Er koordiniert das Content-Service für unsere Kunden und kümmert sich um die Medienarbeit.

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