„Menschen möchten Teil von etwas sein, woran sie glauben“

Das Thema Leadership spielt für Jobiqo – insbesondere in Zeiten des Wachstums und der Veränderung – eine wichtige Rolle. Carina Strassmayr unterstützt unser Unternehmen bei der Entwicklung eines Leadership-Frameworks.

Als Psychologin und Coach lernst du in deiner Arbeit viele Führungsstile kennen: Was macht „Leadership“ für dich aus?

Im Grunde geht es stets um ein Anliegen: Wie man es gemeinsam mit anderen Personen schafft, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Leadership ist das Vermögen, nicht nur sich selbst auf diesem Weg zu motivieren und ans Ziel zu kommen, sondern die anderen – das Team – dorthin mitzunehmen. Es bedeutet, die dafür nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Aus der psychologischen Forschung wissen wir, dass diese Motivation nicht einfach von außen, quasi auf Zuruf, kommen kann.

Gutes Leadership besteht vor allem darin, die innere Motivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestmöglich zu unterstützen. Ein gemeinsamer Purpose, also eine gemeinsame Vision zu verfolgen, und Partizipation – das bedeutet die aktive Mitwirkung der Einzelnen auf diesem Weg zu fördern – sind beispielsweise wichtige Faktoren für Motivation. Denn die Menschen möchten Teil von etwas sein – etwas, woran sie glauben.

Das bedeutet aber: Wer nicht vom gemeinsamen Ziel überzeugt ist, wird sich nicht für den Weg dorthin motivieren lassen, oder?

Wenn jemand gar nicht bereit ist, sich auf den Weg zu machen, würde ich versuchen herauszufinden, was dahintersteckt. Die zu erledigenden Aufgaben können ja schwer einfach angeordnet werden. Von einem solch autoritären Führungsstil bewegt sich modernes Leadership schon seit längerer Zeit konsequent weg.

Was sind denn die größten Fehler, die man heute als Führungskraft machen kann?

Es kommt zwar auf den Kontext an, aber man weiß aus der Forschung, dass sich zum Beispiel Micromanagement negativ auf die Motivation auswirkt. Denn Freiheit in der Aufgabenwahrnehmung – also WIE ich eine Aufgabe löse – steht in klarem Zusammenhang mit der Motivation. Wobei es hier klare Grenzen braucht, denn sonst kann Autonomie auch überfordern. Ein kluger Mensch hat das mal auf diese Weise formuliert: Man schreibt seinem Team nicht vor, dass und wie eine Brücke gebaut werden muss. Sondern man stellt fest: Wir müssen gemeinsam auf die andere Seite des Flusses – let’s go!

Du wirst das Jobiqo-Team über die kommenden Monate dabei begleiten, ein maßgeschneidertes Leadership-Framework zu entwickeln. Was hast du genau vor – wie werden wir davon profitieren?

Jobiqo ist es wichtig, eine gemeinsame Basis zum Thema herzustellen. Im Sinne von: Was erwarten wir von uns selbst, wenn wir in einer Führungsrolle agieren? Wie sollen wir uns verhalten? Welche Werte sind uns wichtig?

Zukünftig sollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von diesem Leadership-Framework profitieren – weil jeder und jede im Alltag auch in „Leadership-Situationen“ kommt. Im Unterschied zu vielen anderen Unternehmen wird dieser Prozess bei Jobiqo besonders partizipativ gestaltet: Jeder und jede von euch soll die eigenen Erwartungen an „Führung“ einbringen können. So erhalten die Führungskräfte eine konkrete Vorstellung davon, wodurch sich das Jobiqo-Team motiviert fühlt, was „No-Gos“ sind und welche Erwartungen vorherrschen. Der gesamte Input bildet für das Management-Team und mich dann – zusammen mit der Vision und den strategischen Zielen von Jobiqo – den Rahmen für die Ausarbeitung des Frameworks.

Mehr zur Person und den Angeboten von Carina Strassmayr gibt’s auf ihrer Website zu lesen.

Bernhard Madlener

Bernhard ist Senior Enterprise Journalist bei Jobiqo. Er koordiniert das Content-Service für unsere Kunden und kümmert sich um die Medienarbeit.

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