Digitaler Helfer im Stellenmarkt

Im Jahr 2018 ist die computergestützte Arbeit in so gut wie allen Branchen und Berufen selbstverständlich geworden. Was uns mitunter noch unheimlich vorkommt, sind Algorithmus-basierte Vorschläge für das menschliche Handeln. Dabei funktionieren diese auf statistischer Auswertung beruhenden Entscheidungshilfen im Idealfall völlig wertfrei und spielen auch für Verlagshäuser als Jobbörsen-Betreiber eine zunehmend wichtigere Rolle.

Die digitale Revolution unserer Wirtschafts- und Arbeitswelt schreitet in großen Schritten voran. Sie ist branchenübergreifend – von der Bauwirtschaft über die Fließbandproduktion und die Verwaltung bis hin zur Kreativarbeit – zu beobachten: Als Unterstützung bei einfachen, wiederholten Tätigkeiten, die etwa in der Automobilindustrie von Montage-Robotern übernommen werden. Aber auch in den verlegerischen Alltag bestimmenden Tätigkeiten wie der Texterstellung und der Bildbearbeitung. Mithilfe digitaler Lösungen werden Prozesse beschleunigt und führen zu beeindruckenden Ergebnissen.

Gerade die Digitalisierung von Dienstleistungen, zu denen nicht zuletzt die Job-Vermittlung bzw. das Recruiting zählen, basiert auf neuen Algorithmen. Sie erkennen Muster innerhalb großer Informationsmengen und ziehen daraus Schlüsse. Zum einen entstehen so Vorschläge für Menschen, wie sie mit bestimmten (beruflichen) Herausforderungen umgehen – eine adäquate Lösung finden – können. Zum anderen werden aufgrund statistischer Daten auch menschliche Handlungsweisen bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar.

Der Mensch bleibt Entscheider

So wird die Polizeiarbeit künftig wohl dadurch mitgeprägt werden, dass Algorithmen berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit Verbrechen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort begangen werden. Das funktioniert schlecht für Orte, an denen bislang nichts oder wenig passiert ist – weil es eben keine Daten für eine Aus- und Bewertung gibt –, mag aber an so genannten „Brennpunkten“ von Nutzen sein.

Genauso setzen (staatliche) Arbeitsvermittlungsagenturen zum Teil bereits auf die algorithmische Unterstützung, um die beruflichen Chancen ihrer Kundinnen und Kunden statistisch auszuwerten. Dabei werden zwangsläufig Faktoren wie Alter und Geschlecht, v.a. aber auch der Bildungshintergrund und die berufliche Erfahrung berücksichtigt. Im Idealfall erfolgt eine zusätzliche Einschätzung durch einen Menschen, der in weiteren, vertiefenden Gesprächen z.B. sinnvolle Fortbildungsmaßnahmen vorschlägt und passende Stellenangebote findet. Für die Verlagshäuser als Betreiber von Jobbörsen ergibt sich aus diesen Möglichkeiten eine besondere Verantwortung, was die Auswahl des für sie passenden Dienstleisters betrifft.

Premium-Preise im Online-Stellenmarkt durchsetzen

Unser Geschäftsführer Martin Lenz erklärt: „Die Verlagshäuser erhalten auf Basis unserer Lösung zahlreiche Argumente, um Anzeigenkunden von ihrem Online-Stellenmarkt zu überzeugen.“ Und auch für die Job-Suchenden liegen die Vorteile auf der Hand, so Lenz: „Die User-Experience verbessert sich stark, da unser Algorithmus im Bewerbungsverfahren ein vorurteilsfreies Screening und schnellere, automatisierte Feedback-Prozesse ermöglicht.“

Der Algorithmus als auf statistischer Auswertung beruhende Entscheidungshilfe ist im Idealfall völlig wertfrei, erklärt Jobiqo-Geschäftsführer Martin Lenz.

Der Algorithmus als auf statistischer Auswertung beruhende Entscheidungshilfe ist im Idealfall völlig wertfrei, erklärt Jobiqo-Geschäftsführer Martin Lenz. Foto: Marko Zlousic

Für die Recruiter bzw. die HR-Abteilungen der Verlagskunden bedeutet dies, dass der Vorselektionsprozess beschleunigt wird und die wirklich relevanten Bewerberinnen und Bewerber in den Fokus rücken. Es bleibt mehr Zeit für persönliche Interviews – und auch das Absage-Management kann effizienter aufgesetzt werden. Zudem wird dem Verlust von Talenten vorgebeugt. Lenz: „Unser intelligenter Matching-Algorithmus erhöht den Kreis potenzieller Kandidaten für neue Ausschreibungen, weil er auch die Bewerberinnen und Bewerber der früheren Stellenangebote berücksichtigen kann.“ Dieses Gesamtpaket reduziert den Stress im Recruiting und im HR-Management spürbar durch (teil-) automatisierte und beschleunigte Prozesse sowie einen sinkenden Koordinationsaufwand: Allesamt Argumente, für die Inserenten bereit sind, wieder Premium-Preise im Online-Stellenmarkt zu akzeptieren.

Content-Service, um neue und aktivere User zu binden

Jobiqo unterstützt die Verlage aber auch darüber hinaus in ihrem Kerngeschäft: Seit dem Frühjahr 2018 gestalten professionelle Texterinnen und Texter auf Wunsch das redaktionelle Umfeld der Jobbörsen. Diesen Content können die Jobbörsen-Betreiber zudem auch gewinnbringend an ihre eigenen Kunden weitervermarkten, welche damit ihr Employer Branding stärken. Die gesamte Plattform wird so für die User attraktiver und sorgt für deren längere Verweildauer auf den verlagseigenen Karriereportalen. Zusätzlich verbessert diese Art des Content-Marketings auch das Suchmaschinen-Ranking der Jobiqo-Kunden und steigert die Zugriffszahlen: Ein weiteres starkes Verkaufsargument für die Verlagshäuser gegenüber ihren Anzeigenkunden.

Der Artikel ist im November 2018 in der Print-Ausgabe des PreMedia-Newsletter erschienen.

Fotos: Markus Spiske / Unsplash (1), Marko Zlousic (1)

Verfasst von:

Bernhard Madlener

Bernhard ist Senior Enterprise Journalist bei Jobiqo. Er koordiniert das Content-Service für unsere Kunden und kümmert sich um die Medienarbeit.

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